Für Griechenland droht es richtig eng zu werden. Das Geld in den Staatskassen reicht Berichten zufolge nur noch noch bis zum 9. April, an dem unter anderem eine Zahlung an den IWF fällig wird. Athen weist die Pleite-Szenarien aber vehement zurück.
Griechenland wehrt sich heftig gegen Berichte und Gerüchte, wonach die Zahlungsunfähigkeit des Landes unmittelbar bevorsteht. Nachdem gestern das Athener Finanzministerium ein Kommunique vorlegte und darin entsprechende Medienberichte dementierte, legte der stellvertretende Finanzminister Dimitris Mardas nach: "So wie es derzeit aussieht, werden wir das zahlen, was wir zahlen müssen. Nach den Daten, die uns vorliegen, reicht das Geld aus."
Zuvor hatten Medien berichtet, dass dem griechischen Staat das Geld am 9. April ausgeht. Griechenland muss dann dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 450 Millionen Euro zurückzahlen. So berief sich "Der Spiegel" auf eine Schaltkonferenz der Staatssekretäre aus den Finanzministerien der Euro-Staaten am vergangenen Mittwoch. Darin habe der griechische Vertreter, Nikos Theocharakis, angekündigt, sein Land werde die Rate wohl nicht zahlen. An dem Tag werden auch Renten- und Pensionszahlungen fällig.
Kein Austritt aus der Eurozone
Dem trat der stellvertretende Finanzminister Mardas in einem Fernsehinterview entgegen. "Uns interessiert, dass wir unseren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen." Außerdem könnten die Verhandlungen mit den Geldgebern dazu führen, dass die Liquidität auf Dauer gesichert werde, so Mardas. Szenarien über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone nannte er eine "Scheinrealität."
Die Athener Regierung kämpft um die Zustimmung ihrer Euro-Partner und des IWF zu ihren Reformplänen. Davon hängt ab, wie schnell die Euro-Finanzminister weitere Hilfsgelder aus dem Rettungsprogramm freigeben. Insgesamt geht es um 7,2 Milliarden Euro, die die Regierung kurzfristig zur Begleichung von Schulden und zur Zahlung von Staatsausgaben wie Beamten-Gehältern braucht.
Keine schnellen Entscheidungen
Allerdings sind keine schnelle Entscheidungen über neue Hilfen der Euro-Partner zu erwarten. Die Finanzstaatssekretäre werden erst am Mittwoch nach Ostern wieder zusammenkommen - einen Tag vor der Rückzahlung an den IWF. Ein Treffen der Eurogruppen-Minister, die grünes Licht für neue Milliardenzahlungen geben könnten, ist in der Woche nach Ostern gar nicht geplant.
Auch mögliche Finanzhilfen aus Russland werden immer unwahrscheinlicher. Am Mittwoch nach Ostern wird der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras zwar in Moskau erwartet. Ein Kreml-Sprecher erklärte aber nun, es sei noch zu früh über diese Möglichkeit zu sprechen. Das Treffen dreht sich demnach um die Beziehung zwischen der russischen Regierung und der EU sowie um die EU-Sanktionen gegen Russland. Auch die griechische Regierung hatte erklärt, keine Finanzhilfen aus Moskau anzustreben.

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